Das mache ich schon immer so – Wie Gewohnheiten unsere Mediennutzung beeinflussen

Auf dem Weg zur Arbeit noch ein bisschen Netflix auf dem Smartphone. Wieder nach Hause kommen und erst einmal eine Sitcom zum Runterkommen. Jede Woche die neue Folge Grey’s Anatomy. Wie immer vor dem Schlafengehen ein bisschen Breaking Bad. Bei schlechter Laune Friends einschalten, einfach zum wieder Wohlfühlen. Zwischendurch dann noch WhatsApp und ein bisschen Instagram. Kommt Ihnen etwas davon bekannt vor? Klar, so in der Art machen wir das doch alle. Gewohnheit eben.

Unser aller Leben ist durchzogen von Gewohnheiten, man findet sie überall. Sie erleichtern uns den Alltag, sie strukturieren ihn, sie helfen uns klar zukommen. Ohne Gewohnheiten wäre jeder Tag eine neue Herausforderung voller Entscheidungen, hinter denen das Abwägen von unzähligen Alternativen, vielen Bedenken und letztlich einem hohen Aufwand stünden: was frühstücke ich heute, wie komme ich am besten zur Arbeit, wo kaufe ich meine Lebensmittel ein? Da ist es nahe liegend, dass wir aus Gründen der kognitiven Effizienz gerne auf Gewohnheiten zurückgreifen. Aus diesem Grund können diese auch einen sehr großen Anteil am menschlichen Verhalten erklären.1

Gewohnheiten verbergen sind nämlich natürlich auch in unserem Medien- und Serienkonsum: mehr als die Hälfte unserer alltäglichen Mediennutzung ist habituell, d.h. durch Gewohnheiten geprägt.2 Trotz der großen Reichweite des Konstrukts, ist die Forschung dazu noch nicht so weit fortgeschritten, wie man erwarten könnte und hat erst in den letzten Jahren einen Aufschwung erfahren.3 Das liegt einerseits daran, dass habituelles Verhalten in der Vergangenheit häufig als leeres Konstrukt angesehen wurde, als Schema ohne hohen Erklärungswert.4 Ein Grund für diesen Fehlschluss war möglicherweise die ursprünglich sehr simple Operationalisierung von Gewohnheiten. Mithilfe einer Operationalisierung kann ein theoretisches Gebilde beobachtbar und messbar gemacht werden. Gewohnheiten sind nicht so leicht zu erfassen wie beispielsweise die Temperatur. Deshalb muss (mit viel Aufwand verbunden) ein Instrument, z.B. ein Fragebogen, entwickelt werden, um die Stärke von Gewohnheiten sichtbar zu machen. Mithilfe eines gelungenen Messinstruments kann man dann beispielsweise sagen, dass das Schauen von Serien bei Person A einen stärkeren Gewohnheitscharakter hat als bei Person B. Und man kann sagen, dass Person A Serien zwar bereits habituell nutzt, dieselbe Person dieses Verhaltensmuster bei sozialen Medien aber noch viel stärker aufweist.

Was sind eigentlich Gewohnheiten?

Ursprünglich wurden Gewohnheiten über die Verhaltenshäufigkeit in der Vergangenheit operationalisiert. Hat eine Person ein Verhalten sehr regelmäßig ausgeführt – es also oft wiederholt – war es eine Gewohnheit. Das ist leicht messbar, aber wenig aufschlussreich. Gewohnheiten entstehen zwar immer aus Wiederholungen, aber sie sind dennoch nicht damit gleichzusetzen. Gewohnheiten sind um einiges komplexer als das und vereinen zusätzliche Aspekte in sich. Die in der Kommunikationswissenschaft gängige Definition beschreibt „eine Gewohnheit (…) als in Form eines Skripts gespeicherte Wissensstruktur (…), die aufgrund ihrer hohen Verfügbarkeit in regelmäßig auftretenden, alltäglichen Situationen automatisch ausgelöst werden kann.“5

Neben der Wiederholung ist ein weiteres Kernelement von Gewohnheiten demnach der Automatismus, mit dem sie einerseits ausgelöst und andererseits ausgeführt werden können. Manchmal sind wir uns gar nicht bewusst, dass wir ein bestimmtes Verhalten ausüben – und manchmal können wir es nicht einmal kontrollieren.6 Aber genau der ist auch das Schöne und Sinnvolle an Gewohnheiten. Wir Menschen wollen unsere kognitiven Ressourcen, also die Gedanken, die wir uns um eine Sache machen, für die wirklich wichtigen Dinge aufsparen. Und deshalb greifen wir auf Gewohnheiten zurück.7 In einer Studie, in der Probanden Tagebuch über ihre habitualisierten Handlungen sowie den Gedanken und Gefühlen dazu führten, zeigte sich, dass bei Gewohnheiten viel weniger Kognitionen und Emotionen im Spiel sind als bei nicht habitualisiertem Verhalten. Außerdem berichteten die Teilnehmer weniger Stress und Anstrengung, sobald sie gewohntes Verhalten ausübten.8 Ergo: Gewohnheiten entlasten uns, sie sind funktional. Deshalb mögen wir sie und deshalb bestimmen sie auch einen großen Teil unseres Lebens. Spricht doch alles dafür, sich wissenschaftlich stärker damit auseinanderzusetzen, oder?

Wie Gewohnheiten gemessen werden

Das dachten sich auch einige Wissenschaftler, weshalb es mehrere Ansätze gibt, um die Komplexität von Gewohnheiten besser greifbar zu machen, um letztlich empirische Schlüsse daraus ziehen zu können. Sowohl die Messung von vergangener Verhaltenshäufigkeit („Welche Medien haben sie im letzten Monat regelmäßig genutzt?“) als auch die Abfrage von selbstempfundenen Gewohnheiten im Alltag („Welche Medien nutzen Sie, weil es aus Gewohnheit dazugehören?“) bringen Schwächen mit sich. Ersteres wurde bereits erläutert, Gewohnheiten sind mehr als Wiederholungen, und letzteres setzt voraus, dass die befragten Personen unter einer Gewohnheit alle dasselbe verstehen. Zwar zeigte sich, dass subjektive Angaben zu habituellem Verhalten gar nicht so weit von der Realität abweichen, aber zufriedenstellend ist diese Messung dennoch nicht.9 Deshalb haben Verplanken und Orbell eine 12-teilige Skala entwickelt, die neben der Regelmäßigkeit auch die bereits genannten Aspekte – Bewusstheit, Automatismus, Kontrolle – enthält, die eine Gewohnheit mitdefinieren. Mithilfe des sogenannten Self-Report-Habit-Index (SRHI) kann die Stärke einer Gewohnheit anhand mehrerer Facetten  dargestellt werden.10

Das Verhalten XYZ ist etwas, …
…das ich regelmäßig mache.
…das ich automatisch mache.
…was ich mache, ohne mich danach bewusst daran zu erinnern.
…was sich komisch anfühlt, wenn ich es nicht mache.
…das ich mache ohne nachzudenken.
…was anstrengend wäre nicht zu tun.
…das zu meiner täglichen/wöchentlichen/… Routine gehört.
…was ich zu machen beginne, bevor ich es merke.
…das ich schwierig fände, nicht zu tun.
…worüber ich nicht nachdenken muss.
…das typisch für mich ist.
…was ich schon lange mache.

Der SRHI ist also schon einmal ein großer Fortschritt und wird auch in aktuellen Forschungsprojekten noch sehr gerne verwendet. Eine kleine Hürde, die sich schon im Namen verbirgt und in der Kommunikationswissenschaft häufig zu Bedenken führt, ist jedoch der Teil mit dem Self-Report, also die Selbstauskunft. Eine Abfrage, die voraussetzt, dass ein Studienteilnehmer sein eigenes Verhalten reflektiert und einschätzt, bringt immer zwei Probleme mit sich:

  1. Kann er oder sie das?
  2. Will er oder sie das?

Das Problem zum ersten Punkt ist recht offensichtlich. Wir sind uns nicht immer den Motiven und psychologischen Prozessen hinter unseren Gedanken, Meinungen, Einstellungen und Verhaltensweisen bewusst.11 Auch wenn wir konkret danach gefragt werden, kann es schwierig sein, sich selbst objektiv einzuschätzen. Und dann ist da noch die Frage nach dem Wollen. Vielleicht weiß ich genau, dass ich regelmäßig die BILD lese und dass es mir schwerfallen würde, auf meine wöchentliche Folge Der Bachelor zu verzichten – aber möchte ich das anderen mitteilen? Die Verzerrung, die durch solche Überlegungen in wissenschaftliche Erkenntnisse miteinfließen kann, ist auf die sogenannte soziale Erwünschtheit zurückzuführen. Die Probanden geben Antworten, von denen sie glauben, dass sie von der Gesellschaft erwünscht sind und neigen dementsprechend dazu, sich selbst überwiegend positiv zu beschreiben.12 So wird dann aus der BILD mal schnell die FAZ und aus dem Bachelor ein Wissensmagazin. Was ebenfalls mit einer Selbstauskunft einhergehen kann, ist die sogenannte Post-Hoc-Rationalisierung. Dabei rechtfertigt der Befragte sein Verhalten, nachdem dieses bereits ausgeführt wurde und erweckt damit den Anschein (sowohl vor sich selbst als auch vor anderen), als wäre seine nachträgliche Rationalisierung auch die ursprüngliche Erklärung der Aktivität.13

Um diesen Fehlerquellen vorzubeugen, wurde noch ein weiteres Messinstrument entwickelt, welches nicht auf einer Selbstauskunft basiert, aber dennoch die Stärken von Gewohnheiten erfassen kann. Das Response-Frequency Measure of Media Habits (RFMMH) erlaubt eine implizite Messung, die auf der Ausprägung von Verknüpfungen zwischen im Skript enthaltenden Hinweisreizen (= Cues) und der Verhaltensauslösung basiert.14 Die Probanden werden dabei in unterschiedliche Situationen versetzt („Sie wollen Spaß haben!“; „Sie suchen nach Gesprächsthemen!“, „Sie möchten auf dem Laufenden bleiben!“) und müssen dann unter Zeitdruck entscheiden, welches Medium sie auswählen würden, um das entsprechende Ziel zu erreichen. Der Zeitdruck (max. 7 Sekunden) soll sicherstellen, dass die Studienteilnehmer wirklich das Medium wählen, das ihnen zuerst in den Sinn kommt und ihre Antworten nicht weitergehend überdenken können. Die letztliche Auswertung besteht darin, aufzusummieren, welches Medium über verschiedene Situationen hinweg am häufigsten ausgewählt wurde. Je öfter ein Medium genannt wird, desto stärker ist die Gewohnheit, es zu nutzen.15

Eine instrumentelle Ergänzung zu solch quantitativen, auf Zahlen basierten Messungen, sind beispielsweise qualitative Interviews oder Tagebuchstudien.16 Die Probanden können dabei intensiver beschreiben, welche Medien sie wann, wo und mit wem nutzen. Gedanken, Gefühle und begleitende Tätigkeiten können erfasst werden. Sinnvoll ist das, da all diese externen und internen Kontexte im Zusammenhang mit Gewohnheiten eine sehr relevante Rolle spielen können. Denken Sie mal darüber nach, es gibt sicherlich bestimmte Medien(angebote), die Sie nur zu speziellen Zeiten, mit ausgewählten Menschen zusammen oder immer nur dann nutzen, wenn Sie besonders emotional sind.

In Zukunft weiterhelfen könnte bei der Messung von Gewohnheiten die Weiterentwicklung von Software- und Hardware-Technologie. So könnten Geräte oder spezielle Apps sowohl Verhalten tracken (engl. für aufzeichnen) als auch Kontexte erfassen, um ein ganzheitlicheres Bild vom habituellen Verhalten einer Person zu generieren – ganz ohne Verzerrungen durch Subjektivität oder eine zu starke Abstraktion der Messung.17 Wir haben nun unabhängig davon einen Überblick darüber, was Gewohnheiten sind, was ihr Mehrwert ist und wie wir sie in der Wissenschaft zumindest näherungsweise messen können. Was sind denn aber die Erkenntnisse der letzten Jahre, wenn es um das Thema habituelle Mediennutzung geht?

Was wir bisher über Gewohnheiten in der Mediennutzung wissen

Wie gerade beschreiben spielen Kontexte bei der Entstehung von Gewohnheiten eine sehr wichtige Rolle. Dennoch zeigen Studien, dass Mediennutzungsgewohnheiten (im Vergleich zu anderen habituellen Verhaltensweisen) auch sehr gut kontextunabhängig funktionieren.18 Vor allem internetfähige Geräte (PC, Tablet, Smartphone) werden häufig ganz unabhängig von Zeit und Raum verwendet, je stärker das Medium aus Gewohnheit genutzt wird. Etwas anders sieht das noch beim Fernseher aus, dessen Inhalte werden eher in stabilen Kontexten rezipiert.19 Eine weitere Untersuchung zeigt, dass Mediennutzungsgewohnheiten die tatsächliche Nutzung von Angeboten (hier: TV-Nachrichten) besser vorhersagen als die Nutzungsintention. Das heißt, dass das Verhalten, das wir in der Vergangenheit häufig angewendet und dadurch mehr oder weniger automatisiert haben, einen größeren Einfluss darauf hat, was wir tatsächlich tun, als unsere eigentlichen Absichten.20 Diese Erkenntnis stützt eine Langzeitstudie zur Internetnutzung von Studierenden: das Vorhandensein von Mediennutzungsgewohnheiten führt dazu, dass es nachfolgend zur Medienrezeption kommt. Der Zusammenhang zwischen einer Nutzungsintention als Ursache und der Mediennutzung als Folge ist hingegen nicht statistisch signifikant.21

Oftmals merken wir gar nicht, dass wir zum Smartphone greifen.

Was bisher noch gar nicht thematisiert wurde, uns aber sicherlich alle betrifft, sind die sogenannten schlechten Gewohnheiten. Ungesundes Essen, Auto statt Bahn, auf der Couch liegen bleiben statt den Wochenputz zu erledigen – jeder kennt es. Im Medienumfeld kann man in dem Zusammenhang beispielhaft den Begriff Phubbing einwerfen. Phubbing bezeichnet die Angewohnheit, sich auch im Beisein anderer Personen lieber mit dem eigenen Smartphone zu beschäftigen und den Blick nicht davon abwenden zu können.22 Auch nicht unbekannt mag dem ein oder anderen die Prokrastination sein. Anstatt endlich das (Unangenehme) zu tun, was ganz oben auf der To-Do-Liste steht, gibt man lieber der Versuchung nach und macht etwas das mehr Spaß macht…eine Serie schauen zum Beispiel.23 Das Konzept des Binge-Watching (→ Netflix bis der Arzt kommt) spielt einem da sehr gekonnt in die Karten. Im dem Zuge ist auch nicht zu vergessen ist, dass extrem ausgelebte Mediennutzungsgewohnheiten irgendwann in eine Sucht umschlagen können. Auch wenn Gewohnheiten zu einem Großteil etwas Gutes sind: manchmal wollen wir sie gerne loswerden, weil sie uns vielleicht sogar schaden. Aber wie schafft man das am besten?

Nutze ich Medien aus Gewohnheit?

Um Gewohnheiten abzulegen, müssen sie erst einmal identifiziert werden. Wie viel Ihrer Mediennutzung ist überhaupt habituell? Wie wir gelernt haben, gibt es einige Fragen, die man sich stellen kann, um Gewohnheiten zu identifizieren. Die nachfolgenden Fragen sind kein expliziter Test. Überlegen Sie einfach einmal, wie Sie die jeweiligen Fragen beantworten würden. Es muss hierbei auch nicht um ein bestimmtes Medium gehen. Denken Sie ruhig über unterschiedliche Nutzungssituationen in ihrem Alltag nach.

1. Welche Medienangebote haben Sie in den letzten Wochen bzw. Monaten regelmäßig benutzt?
2. In welchen Kontexten (Zeit, Ort, Umfeld, Tätigkeiten, Stimmung) nutzen Sie diese Medien?
3. Wäre es schwierig, das Medium nicht mehr zu nutzen?
4. Würde es Sie Mühe kosten, das Medium nicht mehr zu nutzen?
5. Nutzen Sie das Medium, ohne darüber nachzudenken?
6. Fangen Sie an das Medium zu nutzen, ohne vorher darüber nachzudenken?
7. Welches Medium nutzen Sie, um sich aufzuheitern?
8. Welches Medium nutzen Sie, um keine Langeweile zu haben?
9. Welches Medium nutzen Sie, um aktuelle Informationen zu suchen?
10. Welches Medium nutzen Sie, um dem Alltag zu entfliehen?

Die Fragen sind eine (gekürzte) Kombination von Fragen aus den zu Beginn vorgestellten Messinstrumenten zur Ermittlung von Gewohnheitsstärken. Natürlich ist das in diesem Rahmen keine genaue Messung, aber vielleicht erkennen Sie bei der Beantwortung dennoch ein Muster und sehen beispielsweise, dass Ihre Smartphonenutzung häufig sehr unbewusst stattfindet – manchmal vielleicht sogar dann, wenn Sie das Smartphone gar nicht nutzen wollten? In einem solchen Fall, wollen Sie vielleicht etwas dagegen tun!

Wie man Gewohnheiten loswerden oder sie durch bessere ersetzen kann

Voraussetzungen, um ein lange ausgeübtes und mittlerweile automatisiertes Verhalten verändern zu können, sind eine ausreichend hohe Motivation sowie die kognitive Fähigkeit dazu.24 Ist davon ausreichend vorhanden, wird in der Literatur das sogenannte Implementation intentions als hilfreiche Strategie angesehen. Dabei verknüpft man seine guten Vorsätze mit bestimmten äußeren Faktoren, um die Ausübung zu erleichtern und mit der Zeit zu automatisieren: „Immer, wenn ich abends esse, schaue ich währenddessen eine Nachrichtensendung.“ Das wäre eine recht vielversprechende Vorgehensweise, um sich eine erwünschte Gewohnheit anzueignen. Die Strategie ist jedoch nicht sonderlich gut geeignet, um sich eine Gewohnheit abzutrainieren.25 Was helfen soll, um schlechte Gewohnheiten abzulegen, ist die Vermeidung von Hinweisreizen, die die Ausführung des Verhaltens auslösen. Veränderungen im persönlichen Umfeld (Umzug, neue Arbeitsstelle, Trennung) bieten dabei ein sehr großes Potential. Alte und belastende Gewohnheiten können abgelegt werden, indem durch den Kontextwechsel auch die Cues nicht mehr in der gewohnten Form auftreten. Durch das Vorhandensein einer neuen persönlichen Umwelt, ist man eher in der Lage, Intentionen auszuführen und wird weniger von Automatismen bestimmt.26

Letztlich ist zu sagen, dass es sicherlich nicht leicht ist, von Gewohnheiten, die sich über Jahre entwickelt haben, wegzukommen. Grundsätzlich sind aber natürlich auch immer attraktivere Alternativen eine Möglichkeit – statt den ganzen Tag zu bingewatchen, lieber mal was mit den Freunden machen. Oder man verbannt wirklich radikal bestimmte Medien aus definierten Lebensbereichen. Handy und Tablet bleiben nachts einfach in der Küche liegen und schon verkürzt man die wertvolle Schlafenszeit nicht mehr mit (zu vielen) Serienepisoden und nach dem Aufwachen hat man dann auch keine Möglichkeit, Zeit in den sozialen Medien zu verplempern.

 


Autorin: Tabea Heinz
Tabea studiert zurzeit im Master Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Universität Hohenheim.

 

 


 

Fußnoten

  1. LaRose, R. (2010). The Problem of Media Habits. Communication Theory, 20 (2), S. 194-222. https://doi.org/10.1111/j.1468-2885.2010.01360.x
  2. Wood,W., Quinn, J. M., & Kashy, D. (2002). Habits in everyday life: Thought, emotion and action. Journal of Personality and Social Psychology, 83, S. 1281-1297. https://doi.org/10.1037/0022-3514.83.6.1281
  3. Wood, W. (2017). Habit in Personality and Social Psychology. Personality and Social Psychology Review, 21(4), S. 389-403. https://doi.org/10.1177/1088868317720362
  4. Verplanken, B. (2006). Beyond frequency: Habit as mental construct. British Journal of Social Psychology, 45, S. 639-656. https://doi.org/10.1348/014466605X49122
  5. Schnauber, A. (2017). Medienselektion im Alltag. Die Rolle von Gewohnheiten im Selektionsprozess. Wiesbaden: Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-658-15441-7
  6. Schnauber, A. (2017).
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  8. Wood et al. (2002).
  9. LaRose, R. (2010).
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  11. Verplanken et al. (2005).
  12. Paulhus, D. L. (2002). Social Desirable Responding. The Evolution of a Construct. In H. I. Braun & D. N. Jackson (Hrsg.), The role of constructs in psychological and educational measurement. Mahwah: Erlbaum.
  13. Summers, J. (2017). Post hoc ergo propter hoc: some benefits of rationalization. Philosophical Explorations. 20, S. 21-36. https://doi.org/10.1080/13869795.2017.1287292
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  15. Schnauber, A. (2017).
  16. Wood et al. (2002), Schnauber, A. (2017).
  17. Wood et al. (2017).
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  19. Schnauber, A. (2017).
  20. Wood, W., & Neal, D. T. (2007). A new look at habits and the habit-goal interface. Psychological Review, 114, S. 843–863. https://doi.org/10.1037/0033-295X.114.4.843
  21. Kim, S. S., & Malhotra, N. K. (2005). A longitudinal model of continued is use: An integrative view of four mechanisms underlying postadoption phenomena. Management Science, 51, S. 741–755. https://doi.org/10.1287/mnsc.1040.0326
  22. Klein, V. (2014). Gemeinsam einsam. Phänomen Phubbing. Untersuchungen zur unangebrachten Smartphone-Nutzung im privaten und öffentlichen Miteinander. In M. v. Reibel Felten (Hrsg.) Information – Wissenschaft & Praxis, 65(6), S. 335-340. https://doi.org/10.1515/iwp-2014-0052
  23. Meier, A., Reinecke, L. & Meltzer, C. (2016). “Facebocrastination”? Predictors of using Facebook for procrastination and its effects on students’ well-being. Computers in Human Behavior, 64, S. 65-76. https://doi.org/10.1016/j.chb.2016.06.011
  24. Schnauber, A. (2017).
  25. Wood et al. (2017).
  26. Wood et al. (2017).

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