Glossar

Soziale Bewegung (a)

„Eine soziale Bewegung ist ein auf gewisse Dauer gestelltes und durch kollektive Identität abgestütztes Handlungssystem mobilisierter Netzwerke von Gruppen und Organisationen, welche sozialen Wandel mittels öffentlicher Proteste herbeiführen, verhindern oder rückgängig machen wollen.“1

Soziale Bewegungen (b)

Soziale Bewegungen sind ein „soziales Phänomen […] und gehören zu den wichtigsten Faktoren des sozialen Wandels in modernen Gesellschaften“2. Zudem benötigen sie zur Zielverfolgung Massenhandeln wie z. B. Demonstrationen, Vernetzung der Individuen zu einem Kollektiv, Protestformen (ebd., S. 36).

Mediatisierung der Politik

„Mediatisierung der Politik« bezeichnet […] ein Erklärungsmuster, einen theoretischen Ansatz, demzufolge Veränderungen der Politik mehr als früher auf Veränderungen der medialen Bedingungen für Kommunikation zurückzuführen sind“3

Medienwandel

“Der Medienwandel hat bekanntlich dafür gesorgt, dass sich vormals voneinander getrennte Mediengattungen auf Augenhöhe im hybriden Kommunikationssystem wiederfinden und es neue medienökonomische, publizistische und mediennutzungsspezifische Gesetzmäßigkeiten zu berücksichtigen gilt.”4

Social Media

Soziale Medien sind weit mehr als nur eine weitere technische Entwicklung. Inzwischen gelten sie als gesellschaftliche Phänomene, die eine neue soziale Logik widerspiegeln und fallen unter das Schlagwort Social Media. Zusätzlich setzen soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook, aber auch Medienplattformen wie YouTube auf den weit verbreiteten Zugang zum Internet5. Mit Hilfe von Social-Media-Diensten können Nutzer Inhalte bereitstellen und sie mit anderen teilen. Daraus ergeben sich unzählige neue Möglichkeiten für die Nutzer, sich auszutauschen, zu informieren und zu kommunizieren (ebd., S. 28).

Social Web

Das Social Web besitzt im Vergleich zum ‚ursprünglichen Internet‘ weitere, soziale Eigenschaften. Beispielsweise ist neu, „dass der Konsument (Consumer) auch zum Produzenten [wird] (Prosumer). Er publiziert aber nicht nur Inhalte, die er selbst erstellt hat, sondern er kommentiert, korrigiert und bewertet auch Beiträge von anderen Usern. Diese Möglichkeit des gegenseitigen Austausches verschafft dem Web 2.0 die soziale Komponente“6. Sind Angebote im Social Web zusätzlich mit einer Log-In-Schranke versehen, kann man von Social Media sprechen (ebd.).

Framing

Der Framing-Begriff findet seinen Ursprung bei Goffman (1974)7, der Frames als „schemata of interpretation“ (S. 21) definiert. Framing bedeutet die Einbettung von Ereignissen und Themen in einen Interpretationsrahmen, anhand derer sie gedeutet werden können. Dadurch ist Framing weiterhin ein Paradigma der Bewegungsforschung „mit dem Schwerpunkt der Konstruktion von öffentlich konsensfähigen Deutungen der Anliegen sozialer Bewegungen (Probleme, Problemverursacher, Möglichkeiten der Problembeseitigung) im Kräftefeld gesellschaftlicher Deutungsauseinandersetzungen“8.

Brand Personality (Aaker,1997)9

“a set of human characteristics associated with the brand”

Wichtige Aspekte der Brand Personality:

  • Langlebig und markant
  • symbolischen Mehrwert für den Konsumenten
  • Ausdruck der Persönlichkeit bzw. Selbstbilds (des Konsumenten) durch die Marke
  • direkt vermittelt durch Personen, die Marke darstellen -indirekt vermittelt durch u.a. Produkteigenschaften, Symbole/Logos, Werbestil und Werbekanal(Batra, Lehmann, & Singh, zitiert nach Aacker, 1997)10

Medienkompetenz

“Medienkompetenz beinhaltet die Fähigkeit, Medien kritisch, selbstbestimmt und verantwortlich nutzen, verstehen, bewerten und gestalten zu können. Medienkompetenz wird als Kontinuum verstanden, kann also frei zwischen den Polen hoher und niedriger Medienkompetenz variieren”11. Nach Baacke (1999)12 ist Medienkompetenz “eine Teilmenge der kommunikativen Kompetenz, die durch elterliche Erziehung und Bildungsinstitutionen sozialisiert wird. Das Erreichen von Medienkompetenz wird als lebenslanges Lernprojekt angesehen”13.

 

  1.  Rucht, D. (1994). Öffentlichkeit als Mobilisierungsfaktor für soziale Bewegungen. In: F. Neidhardt (Hrsg.), Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen, 337-358. Opladen: Westdeutscher Verlag.
  2. Kopp, J., & Steinbach, A. (Eds.). (2018). Grundbegriffe der Soziologie. Springer-Verlag.
  3. Vowe, Gerhard. (2006). Mediatisierung der Politik?. Publizistik. 51, 437-455. 10.1007/s11616-006-0239-4.
  4. Grüblbauer, J., & Krone, J. (2017). Paid Content für Verlage: Indirekte Erlösmodelle via Infrastruktur – Netzbetreiber. . In C. Kappes, J. Krone & L. Novy(Hrsg.), Medienwandel kompakt 2014-2016 (S. 377-381). Wiesbaden: Springer
  5. Mergel, Ines; Müller, Philipp; Parycek, Peter; Schulz, Sönke (2013). Praxishandbuch Soziale Medien in der öffentlichen Verwaltung. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.
  6. Schindler, M.-C.; Liller, T. (2014). PR im Social Web. Das Handbuch für Kommunikationsprofis. 3. aktualisierte & erweiterte Auflage. Köln: O‘Reilly Verlag GmbH & Co. KG.
  7. Goffman, E. (1974). Frame analysis: An essay on the organization of experience. Harvard University Press.
  8. Hellmann, Kai-Uwe; Koopmans, Ruud (Hg.) (2000). Paradigmen der Bewegungsforschung. Entstehung und Entwicklung von neuen sozialen Bewegungen und Rechtsextremismus. KZfSS Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 52 (3).  https://doi.org/10.1007/s11577-000-0076-9
  9. Aaker,  J.L.  (1997)  Dimensions  of  brand  personality.  Journal  of  Marketing  Research34,  347–56
  10. Aaker,  J.L.  (1997)  Dimensions  of  brand  personality.  Journal  of  Marketing  Research34,  347–56
  11. Trepte, S., & Reinecke, L. (2013). The reciprocal effects of social network site use and the disposition for self-disclosure: A longitudinal study. Computers in human behavior, 29(3), 1102-1112.
  12. Baacke, D. (1999). Medienkompetenz als zentrales Operationsfeld von Projekten. In D. Baacke u.a. (Hrsg.), Handbuch Medien: Medienkompetenz. Modelle und Projekte (S. 31-35). Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung Trepte, S. & Reinecke, L. (2013). Medienpsychologie. Stuttgart, Germany: Kohlhammer (Grundriss der Psychologie).
  13. Trepte, S., & Reinecke, L. (2013). The reciprocal effects of social network site use and the disposition for self-disclosure: A longitudinal study. Computers in human behavior, 29(3), 1102-1112.